Praktische Solidarität gegen institutionelle Polizeigewalt: Zusammen in den Kiezen gegen die Kriminalisierung unserer Nachbarschaft

Ort: Migrationsrat Berlin, Oranienstraße 34, 10999 Berlin, Hinterhof/Seitenflügel, 2. OG, Fahrstuhl
Zeit: Donnerstag, den 15.03.2018 von 19:00 – 21:00 Uhr

Gemeinsam wollen wir der Menschen gedenken, die in Deutschland von der Polizei durch Kontrollen, Durchsuchungen, Gewahrsamnahmen und Strafanzeigen grundlos kriminalisiert, diskriminiert und erniedrigt werden. Als Berliner Kampagne „Ban! Racial Profiling. Gefährliche Orte abschaffen“ rufen wir dazu auf, am 15. März den Internationalen Tag gegen Polizeigewalt, an bundesweiten Aktionen teilzunehmen.

Auch die Berliner Kieze geraten immer mehr in den Fokus einer hoch gerüsteten Ordnungspolitik. Der tägliche Ausnahmezustand wird nicht zuletzt durch den Einsatz neuer mobiler Videoüberwachungswagen (#Schnüffelwagen) in unseren Nachbarschaften erprobt. In der ganzen Stadt berichten Schwarze Menschen, People of Color, Rom*nija und Muslim*a, dass sie immer wieder ins Visier der Polizei geraten. Menschen, die auf der Straße leben oder sich hier aufhalten, werden „weggeräumt”, bedroht und vertrieben. Im Zuge der zunehmenden Überwachung öffentlicher Räume werden soziale Probleme nicht
angegangen, sondern in den Bereich technokratischer „Sicherheitsmaßnahmen“ verschoben. Das bedeutet: mehr Gewalt, mehr Videoüberwachung, mehr Polizeikontrollen, also einen Abbau von Grundrechten.

Hintergrund

Der internationale Tag gegen Polizeigewalt wurde 1997 auf Initiative der C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal und der anarchistischen Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz initiiert. Das Datum markiert einen Vorfall am 15. März 1996, bei dem die Schweizer Polizei zwei Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren misshandelt hat. Seitdem gehen am 15. März jährlich weltweit Menschen auf die Straße, um von der Polizei getöteten Menschen zu gedenken und sich gegen Polizeigewalt zu wehren.

Der Tag wird weltweit auch dazu genutzt, sich mit verschiedenen marginalisierten Gruppen, die potentielle Opfer sein können, zu vernetzen. People of colour, Wohnungslose, Transgender, Queers, psychisch Kranke, Drogennutzer_innen, Sexarbeiterinnen – all diejenigen sind weltweit Diskriminierung, polizeilicher Schikane und
Gewalt ausgesetzt.

Gerade hier in Berlin finden sich zahllose Beispiele für rassistischer Polizeigewalt. Die Berliner Kampagne „Ban! Racial Profiling“ sammelt seit einem Jahr Berichte von Menschen, die in Berlin von der Polizei rassistisch diskriminiert wurden bzw. Zeug*innen von Diskriminierung wurden. Auch Armut spielt immer wieder eine Rolle. Der Widerstand in der Stadt gegen dieses Unrecht wächst.

Veranstaltung

Im Rahmen des internationalen Tages gegen Polizeigewalt wollen wir darauf aufmerksam machen, dass wir uns wehren können. In unserer Veranstaltung werden wir Clips und Erfahrungsberichte von Menschen zeigen, die uns ihre Geschichten erzählt haben. Sie sind geprägt vom Erleben des alltäglichen Ausnahmezustands und vielen Formen des
Widerstands. In einer gemeinsamen Diskussionsrunde wollen wir über aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten praktischer Solidarität gegen Polizeigewalt und -überwachung an gefährlichen Orten sprechen.

JOIN US IN THIS STRUGGLE THAT HAS NO BORDERS AND THAT WILL CONTINUE ON, FOR DIGNITY, TRUE JUSTICE AND FREEDOM! TOGETHER LET’S PUT AN END TO THE POLICE STATE AND ITS BRUTALITY!! (MONTRÉAL)

Veranstalter*innen: Berliner Kampagne “Ban! Racial Profiling – Gefährliche Orte abschaffen”, Berliner Obdachlosenhilfe e.V., endstation.jetzt, KOP Berlin

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