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Anfang 2017 waren wir in der Radiosendung Radia Obscura zu Gast und haben über unsere Arbei gesprochen (Link zur Sendung)

* English below *

Wir sind eine Gruppe, die sich mit dem Thema Rassismus in der Justiz auseinandersetzt. Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Durchführung und Auswertung von Prozessbeobachtungen in Berlin.

Die kritische Rassismusforschung versteht Rassismus als Phänomen, das auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirkt. Und dennoch gibt es gegenwärtig in der Bundesrepublik kaum wissenschaftliche Literatur und keine größeren Forschungsprojekte zum Thema „Rassismus in der Justiz“. Die USA und Großbritannien sind in der Thematik bereits ein paar Schritte weiter. So wurde durch den MacPherson-Bericht in Großbritannien eine öffentlich geführte Debatte über institutionellen Rassismus angestoßen. Rassismus als Problem innerhalb des Justizsystems wurde im Zuge dessen auch von offizieller Seite anerkannt.

Die Projekte ReachOut (Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) und KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) sammelten in ihrer langjährigen Arbeit mit Betroffenen viele Erfahrungen mit Rassismus in der Justiz. Daraus entstand die Idee, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die zu dem Thema Rassismus und Justiz arbeitet und somit aufzeigt, dass Rassismus auch im deutschen Justizsystem ein Problem darstellt. JUSTIZWATCH besteht seit Anfang des Jahres 2014 und beobachtet und dokumentiert in Kooperation mit ReachOut und KOP regelmäßig Prozesse vor allem in Berlin.

Eines unserer Ziele ist es, Rassismus in der Justiz sichtbar zu machen. Wir möchten mit unseren kritischen Beobachtungen und daran anschließenden Analysen aufzeigen, wie sich Rassismus im justiziellen Kontext zeigt und ein Bewusstsein über die Nicht-Neutralität der Gerichte schaffen. Da derzeitig das Phänomen Rassismus im Kontext des Justizsystems nicht (ausreichend) diskutiert wird, besteht weitestgehend die Annahme, Gerichte seien neutral. Wir möchten jedoch eine Diskussion über einen möglichen Umgang mit dem Bewusstsein über die Nicht-Neutralität der Justiz anstoßen (Colourblindness vs. Colourconsciousness).

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We are a group that monitors racism in the judiciary in Berlin. We cooperate with ReachOut (counselling centre for victims of racist, right-wing extremist and anti-Semitic violence) and KOP (campaign for victims of racist police violence) and have been observing court trials since the beginning of 2014, posing the question: what effects racism has on/within the judiciary in Germany.

The discussion that racism can be found at all levels of society in Germany is not a new one. But usually the judiciary remains outside/untouched. Even though trials are taking place every day, little becomes public. Racism is an everyday phenomenon in the judiciary, but neither actors from the judiciary nor society as a whole raises this problem. That’s why we want to ignite a debate about racism in court, and about how to deal with the awareness of the non-neutrality of the judical system (coloublindness vs. colourconsciousness).